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Der antike Sudan - Reliefs aus Naga

Drei raumhohe Wandabschnitte aus Sandstein zeigen in versenktem Relief vier Götterfiguren, ganz links eine Göttin mit Flügelarmen, ganz rechts einen löwenköpfigen Gott und auf dem mittleren Wandstück rechts eine Göttin, die abgeschnittene Hände als Trophäe hält. Das afrikanisch geprägte Gesicht der Göttin ganz links, die gedrungenen Proportionen der Figuren und ihre lebhaft gemusterte Kleidung sind typische Kennzeichen der Kunst des Reiches von Meroë, das in den Jahrhunderten vor und nach der Zeitenwende den Norden des Sudan beherrschte. Diese Charakteristika verbinden sich mit ägyptischen Darstellungsprinzipien zu einem Stil, der einen Brückenschlag zwischen Afrika und dem Mittelmeer bildet.

Diese großen Reliefwände kamen im Jahr 2008 als langfristige Leihgaben der Republik Sudan nach Berlin. Die Blöcke wurden zwischen 2005 und 2008 von einer Expedition des Ägyptischen Museums Berlin in der Wüstenstadt Naga im Norden des Sudan ausgegraben. Mit dieser Grabung haben die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums Berlin einen wichtigen Beitrag zur historischen und kulturellen Identität des Sudan geleistet. Mit der Leihgabe der Reliefwände hat diese Zusammenarbeit ihre Anerkennung durch das Gastland gefunden, und Berlin hat seine Bedeutung als eine der ganz wenigen Sammlungen zum antiken Sudan weiter ausgebaut.